Holzameisen

Zu den Holz zerstörenden Ameisen zählt die glänzend schwarze Holzameise (Lasius fuliginosus), die braune Wegameise (Lasius brunneus), die zweifarbige Wegameise (Lasius emarginatus) und die Rossameise (Camponotus ligniperda). Die verschiedenen Holzameisen unterscheiden sich in Größe und Farbe. Die Arbeiterinnen der glänzend schwarzen Holzameise werden zum Beispiel zwischen 4 und 6 mm groß. Die Arbeiterinnen der zweifarbigen Wegameise werden dagegen nur 2,5 bis 4,5 mm groß. Die braune Wegameise erreicht eine Größe zwischen 2,5 und 4 mm. Die Königinnen können dagegen zwischen 6 und 6,5 mm groß werden.

Holzameisen ernähren sich fast ausschließlich vom Honigtau der Blattlaus. Kleinere Insekten, Lebensmittelabfälle und -vorräte können aber auch auf dem Speiseplan landen. Grundsätzlich gelten Holzameisen nicht als Hygieneschädlinge. Trotzdem können angefressene Nahrungsmittel mit Bakterien verunreinigt werden und sollten bei einem Befall entsorgt werden.

Die glänzend schwarze Holzameise baut ihre Ameisennester in Hohlräumen von Bäumen, vorzugsweiße in Totholz. Diese werden Kartonnest genannt. Dazu zerkleinern die glänzend schwarze Holzameise Holzreste und Erde und vermischen dies mit Honigtau. Diese zuckerhaltige Baumasse ist später der Träger eines Pilzes (Cladosporium myrmecophilum). Durch seine Zellstruktur bekommt das Kartonnest erst die nötige Stabilität. Pilz und Ameise leben damit in Symbiose. Die schwarze Rossameise baut ihre Nester am liebsten in Fichtenholz. Ihr ist dabei egal, ob es sich um morsches oder lebendes Holz handelt. Es kann sogar vorkommen, dass mehrere Nester unterirdisch verbunden sind.

Das Holz dient der Holzameise also nicht als Nahrung, sondern wird für den Nestbau benötigt. Dieser Umstand kann für den Menschen zum Problem werden. Denn nicht nur Baumstämme werden von der Holzameise befallen. Auch Balken, Zäune, Treppen und Böden werden von ihr heimgesucht. Vor allem wenn das Holz bereits durch einen Pilz befallen ist, steigt das Risiko, dass dieses von Holzameisen befallen wird.

Gefahr durch Holzameisen

Sollte in ihrer Wohnung der Dachstuhl, die Holztreppe oder andere tragende Bauteile von der Holzameise befallen sein, kann unter Umständen Gefahr in Verzug sein. Durch das Aushöhlen der Holzbalken oder Holzbretter kann die Haltbarkeit der Bausubstanz nachlassen. Deshalb zählen die Holzameisen zu den Schadameisen.

Holzameisen bekämpfen

Die Bekämpfung von Holzameisen ist nicht einfach. Dabei spielt vor allem die Staatengröße eine bedeutende Rolle. Ein Holzameisenstaat kann bis zu zwei Millionen Arbeiterinnen beherbergen. Sie können sich denken, dass der Kampf gegen ein millionengroßes Ameisenvolk kein einfaches Unterfangen darstellt. Dabei gilt: je schneller der Holzschädling entdeckt wird, desto geringer der Bekämpfungsaufwand.

Es kommt erst gar nicht zur Bekämpfung, wenn sie bestimmte Vorsorgemaßnahmen ergreifen:

  • lassen sie keine Lebensmittel offen herumstehen. Verstauen sie ihre Lebensmittel am Besten in Frischhaltebehälter. Auch Tierfutter und Essensabfälle sollten nicht offen rumstehen. Halten sie ihre Abfallbehälter geschlossen.
  • gehen sie gegen Blattläuse im Garten und in Blumentöpfen vor. Da der Honigtau der Blattlaus der Holzameise als Hauptnahrung dient, sind diese meist in der Nähe von Blattläusen zu finden.
  • wenn sie Ameisen entdecken, reagieren sie schnell und entfernen die Ameisen sofort. Nehmen sie einen Kehrwisch und fegen die Ameisen aus der Wohnung.
  • fliegende Ameisen im Hochzeitsflug nach draußen befördern. Holzameisen vermehren sich zwischen Juni und Juli. Bringen sie Fliegengitter an Fenster und Türen an, damit die fliegenden Ameisen nicht in ihre Wohnung gelangen. Sie können auch auf ihrem Balkon oder Terrasse Duftkerzen aufstellen. Duftlampen oder -kerzen mit Lavendel- Lorbeer-, Eukalyptus- oder Zedernöl vertreiben die Ameisen.
  • da Holzameisen es vor allem auf pilzbefallenes Holz abgesehen haben, vermeiden sie Feuchtigkeit im Holz. Stoßlüften sie regelmäßig.

Haben sie allerdings die ersten Anzeichen von Holzameisen entdeckt, müssen sie schnell handeln. Kontaktieren sie einen professionellen Schädlingsbekämpfer. Diese können die Holzameisen gezielt mit nicht-chemischen Methoden bekämpfen. Oft kommt hier Heißluft oder flüssiger Stickstoff zum Einsatz. Die Bekämpfung durch bestimmte thermische Verfahren ist sogar durch den Blauen Engel ausgezeichnet (RAL-ZU 57). Ist der Holzbefall durch die Holzameisen schon weit fortgeschritten und die Stabilität gefährdet, sollten sie zusätzlich einen Bausachverständigen kontaktieren. Im schlimmsten Fall müssen Balken ausgetauscht werden.

Die Bekämpfung der Arbeiterinnen mit herkömmlichen Ameisenmitteln macht dagegen keinen Sinn. Aufgrund der Größe der Ameisenstaaten mit bis zu zwei Millionen Arbeiterinnen stellt der Einsatz von Hausmitteln nur ein Tropfen auf den heißen Stein dar. Das Ziel muss daher lauten, die Königin, bzw. Königinnen zu töten, damit das komplette Volk ausstirbt.

Eine erste Sofortmaßnahme kann das Anbringen von Klebefallen sein. Zum einen verhindert es vorerst einen weiteren Befall ihres Holzes und zum anderen können sie bestimmen, um welche Ameisenart es sich handelt.

Verfolgen sie die Ameisenstraße zurück bis zu ihrem Nest. Haben sie das Ameisennest lokalisiert, können sie Kontaktinsektizide einsetzen. Bringen sie rund um das Nest Fressköder aus. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Königinnen sterben.